Bild-Symbole alter Meister
Archetypen und Ikonografie

Bedeutung von wiederkehrenden Bildinhalten

Es gibt Bildinhalte und grafische Zitate, die dem Betrachter in vielen Werken wuer durch die Jahrhunderte begegnen. Dabei handelt es sich Vokabeln einer Bildersprache, über die Künstler mit den Betrachtern ihrer Werke kommunizieren. Manchem modernen Betrachter bleibt der Zugang zu den Werken alter Meister verschlossen, weil ihm deren Symbolik und Ikongrafie nicht bekannt ist. Darum hier eine kleine "Vokabelliste". Sie ist nicht vollständig und wird regelmäßig erweitert.

Drachen

Steht für den Anti-Christ.


Granatäpfel

Fruchtbarkeitssymbol


Eier

Archetyp für Fruchtbarkeit und Leben; es gibt auch die Vorstellung, daß der Himmel gleichsam die Erde ausgebrütet habe. In vielen Kulturen steht das Ei im Mittelpunkt ritueller Handlungen.


Schlange

Eine Schlange verführt Adam und Eva, vom Baum der Erkenntnis zu essen (Sündenfall).

Im alten Ägypten war die Uräusschlange Symbol der Pharaonen.

In Griechenland wurde der Heilgott Asklepios meist mit einer Schlange dargestellt. Sie galt als Sinnbild des Lebens, weil sie sich bei ihrer jährlichen Häutung verjüngt.


Chimären (Mischwesen)

Zu den ältesten und bekanntesten überlieferten Mischwesen aus Mensch und Tier sind die Sphinxen. Im archäologischen Sprachgebrauch werden abweichend vom allgemeinen Sprachgebrauch Mischwesen als Monster bezeichnet, wenn sie mit Tierkörpern und Tierköpfen (z.B. Greif oder Drachen), meist aber Tierkörper mit menschlichem Köpfen wie die oder der Sphinx (Frauenkopf und Löwenkörper) oder Zentauren (Menschenöberkörper und Pferdeleib) oder Meerjungfrauen (Frauenoberkörper und Fischunterleib). Den Gegensatz bildet der Begriff "Dämon" der ein theriokephales, also tierköpfiges Mischwesen mit mindestens menschengestaltigen Beinen bezeichnet, so z.B. den Ziegendämon.


Fisch

Ursprünglich war der Fisch ein Geheimzeichen aus dem babylonischen Mysterienkult. Er steht für die babylonsch-ägyptische Himmels- und Liebesgöttin Isis. Die Anhänger dieses Mysterienglaubens lebten seinerzeit zusammen mit den verfolgten Christen in den Katakomben Roms. "Clemens von Alexandrien (150-215) empfahl den Fisch als Kennzeichen der Christenheit. Der Papst und die Bischöfe tragen den Mitra-Hut der die Form eines Fischkopfes hat. Dieser Hut war die Kopfbedeckung der altorientalischen Herrscher zu Ehren des Sonnengottes. Auch die Germanen hatten den Fisch als Symbol-Zeichen für ihre Fruchtbarkeitsgöttin Freya. Die Inder nehmen den Fisch als Symbol für Ihren Sonnengott Vishnu. Okkulte Zirkel haben den Fisch als eintätowiertes Erkennungszeichen. Magier dient der Fisch als Symbol für die Geister. Im schwarzen Dreiecksymbol der New Age Bewegung schwimmt ein Fisch nach links. Wenn ein Fisch nach rechts schwimmt, symbolisiert er Satan. Der Fisch ist kein Symbol das Jesus Christus bezeugt, sondern ein Zeichen der Kult- Götzen- und Religionsvermischung."Soweit zum Thema Fisch. Kein Wunder, daß bei dieser Vieldeutigkeit Fische in allen Variationen in den Schreckensbildern auftauchen.
Das uralte Heilszeichen des Fisches wurde wegen seiner griechischen Wortfügung:
ICHTHYS, als Geheimzeichen frühes Christussymbol.
Die einzelnen griechischen Schriftzeichen des Wortes  ΙΧΘΥΣ  ICHTHYS (zu Deutsch: Fisch)
ergab sich aus den Anfangsbuchstaben folgender Worte.
Jesus - Christus - Gottes - Sohn - (der) Erlöser. Ob das nun ein frommes Märchen ist, oder die frühe Christen typischer weise Griechisch sprachen und Spaß an Wortspielen hatten, bleibt wohl unergeklärt. Fische sind in der christlichen Tradition durchaus ambivalent: tausendfach vermehrt nähren sie die Vertriebenen, Jonas hingegenwird vom Walfrisch verschluckt.


Dämon

Im Ursprung bezeichnte das Wort so etwas wie einen Schutzengel. Erst im Laufe des Mittelalters wurde diesem Wort die eine andere Bedeutung überlagert: fortan bezeichnete es Wesen , die sich von Gott abgewandt haben, in der Hölle leben und Menschen Schaden zufügen. Meist wurden sie als Mischwesen dargestellt, die ein bißchen Mensch und bißchen Tier, aber auf jeden Fall furchterregend und fies waren.


Pokale und Kelche

Diese sind Symbole für Reichtum. Auf den Bildern mit den Versuchungen des Heiligen Antonius werden Kelch und Pokal meist von Frauen überreicht, die dann meistens außer dem Kelch nicht mehr viel anhaben.


Frauen

Dies ist ein finsteres Kapitel bei der Versuchung des Heiligen Antonius. Verklemmt und feindlich werden sie für gewöhnlich als Manifestationen des Teufels dargestellt. Vielleicht war damit eine ähnliche Botschaft wie heute mit AIDS verbunden. Laß sein den Sex, man weiß nicht, ob alles so ist, wie es scheint ..
Vielfach werden die Teufelsgeburten auch mit Hörnchen und Krallenfüßen leicht erkennbar ausstaffiert.


hohler Baumstamm

Sinnbild für die Abtötung aller Begierde. In der Ausstellung kann man ein Bild sehen, auf dem diese Bedeutung ironisch gebrochen wird: unten im hohlen Baumstamm sitzt der Heilige Antonius bei enthaltsamen Gebet, oben in der Weide hat der Künstler ein kleines Bordell eingerichtet. Merke: Saft sprießt auch aus alten Stämmen :-)


Brille

Die Brille ist integraler Bestandteil unserer Kulturgeschichte. Im Mittelalter galten Brillen als Symbol für Würde, Gelehrtheit und Reichtum. Künstler bildeten Personen, denen man diese Eigenschaften zubilligte, mit Brille ab - auch wenn diese abgebildeten Personen weit vor Erfindung der Brille lebten. Später wurde über die Brille gespöttelt und für Karrikaturen verwendet. Alles in allem wirkte die Brille lange Zeit mysthisch und respektvoll auf ihre Betrachter. Mehr zu Brillen in Bildern.