Hamburg Museum für Kunst und Gewerbe

Udo, die Ausstellung

Udo ist museumsreif

21. Dezember 2011 - 17. Juni 2012

Zusammenfassung

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Diese Bewertung hat die Redaktion von EXHIBS.INFO aufgrund der vorliegenden Berichte erarbeitet. Sie ist bei aller journalistischen Sorgfalt subjektiv, andere Besucher mögen zu anderen Einschätzungen kommen. Sie sind in jedem Fall herzlich aufgefordert, sich mit ihrem Bericht an dieser Seite zu beteiligen.


Das Museum für Kunst und Gewerbe öffnet sich dem Zeitgeist und zeigt eine Ausstellung, die ursprünglich für das Schloß Neuhardenberg konzipiert war und dort auch ihre Uraufführung erfuhr: über das Leben und Werk von Udo Lindenberg.

Die Ausstellung gliedert sich in 14 Abteilungen, in denen verschiedene Aspekte des Gesamtkunstwerks 'Udo Lindenberg' vorgestellt werden. Die Exponate und Themen richten sich eher an den Verehrer und Fan: vieles erinnert an Devotionaliensammlung und Heiligenverehrung.

Wer also schon immer mal sehen wollte, wie Udo seine Schreibtischunterlage vollgekritzelt hat oder sein Mittelschulzeugnis studieren möchte, der sollte die Ausstellung nicht versäumen.

Ansonsten korreliert die sprachliche Armut und Hilflosigkeit mancher seiner Texte mit der historischen Armseligkeit der Ausstellung: Zwar zeigt sie Kopien aus den Berichten der STASI-Spitzel, die Udos Wirken mit großer Sorgfalt dokumentiert haben. Aber wer, wie Udo Lindenberg, bei der Ausstellungseröffnung die Sängerwelt seiner Zeit mit Reinhard Mey aufleben läßt, sollte auch soviel Mut haben, auf Sänger-Kollegen wie Hannes Wader hinzuweisen, der unter der Regierung Brandt ("Wir wollen mehr Demokratie wagen") wegen seiner Mitgliedschaft in der DKP quasi mit Berufsverbot beaufschlagt wurde. Ja, lieber Udo, auch im Westen gab es emsige Verfassungsschutzspitzel, die eifrig notieren, wessen Autos vor den Versammlungslokalen der DKP oder anderer K-Gruppen parkte. Pech, wer in dem Haus wohnte und später mal nicht Kanzler, sondern nur Lehrer werden wollte. Aber das liegt "Hinterm Horizont" von Ausstellung und Lindenberg.

Fazit: inhaltlich hält die Ausstellung weder künstlerischen noch historischen Anforderungen stand. Eine bunte, kritiklose Fanartikelsammlung mit einem fadenen PR-Nachgeschmack: die Werbung für das aktuelle Musical ist grenzwertig. Der Zeitung zur Ausstellung liegt ein Karten-Upgrade bei, mit dem der Udo-Fan das Musical fürs gleiche Geld von einem besseren Platz aus verfolgen kann.